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Eulenpfad

Neues Archiv Sonderblatt Nr. 2/2024

01.07.2024

„Lebensgefährliche Missstände am „Sorgenfrei“ – Die Schießstände am Peiner Stadtpark um 1900“

Das Stadtarchiv Peine veröffentlicht sein Archiv Sonderblatt Nr. 2/2024. Es behandelt die von den damals am Stadtpark befindlichen Schießbahnen hervorgerufenen Gefahren für die Anwohnerinnen und Anwohner. Heute ist dieser Bereich von den Straßen Am Silberkamp, Schäferstraße und Woltorfer Straße begrenzt.

„Die Industrialisierung unserer Heimat rief vielfältige Veränderungen hervor, u. a. eine bedeutende Ausdehnung der Wohngebiete“, so Stadtarchivar Dr. Andreas Kulhawy. „Und so befanden sich die vor allem von den Korporationen genutzten, ehemals völlig unkritisch vor der Stadt gelegenen Schießstände unversehens in direkter Nähe von Gärten und Wohnbebauungen. Konflikte konnten nicht ausbleiben.“

Insbesondere das Gebiet zwischen Woltorfer Straße und Bahnlinie sowie Bessemer- und Heinrichstraße wurde mit dem starken Aufschwung des Walzwerks seit den 1880er Jahren rasch aufgesiedelt. Folgerichtig scheint es seit Ende der 1890er Jahre zu Reibereien gekommen zu sein und schließlich wandten sich am 09. Juni 1900 acht in der Woltorfer Straße ansässige Familienvorstände an die Peiner Stadtverwaltung: An Tagen mit Schießen flögen ihnen in den benachbarten Gärten Kugeln um die Ohren und in vielen Zaunlatten könne man Einschusslöcher besichtigen.

Die Stadtverwaltung wandte sich an die damals für die Schießstände verantwortlichen Bürgerschaffer. Diese jedoch fürchteten die hohen Kosten einer Verlegung der Schießstände, zumal nicht sicher sei, dass der neue Standort dauerhaft bestehen könne. So blieb es vorerst bei Ausbesserungen von Schießstand und Kugelfängen sowie verbesserten Sicherungsmaßnahmen während der Schießen.

„Erst 1927 wurden die Schießstände an den Silberkamp in den Bereich zwischen den Straßen Am Bauhof und Am Scheibenstand verlegt. Aber die weitere industrielle Entwicklung sowie die durch den Zweiten Weltkrieg hervorgerufene immense Zuwanderung von Flüchtlingen und Vertriebenen erzwang bereits Mitte der 1950er Jahre eine erneute Verlegung der Schießveranstaltungen an den Sundern“, so Kulhawy abschließend.

Weitere aufschlussreiche Details sind nachzulesen im aktuellen Sonderblatt des Stadtarchivs, das ab sofort in folgenden Einrichtungen kostenlos erhältlich ist:

Hier erhalten Sie das Archiv Sonderblatt Nr. 2/2024 als PDF-Datei zum Download. 

Hier sehen Sie ein Entwurf des neuen Schießhauses.
Hier sehen Sie ein Entwurf des neuen Schießhauses.
 
 
(c) Stadt Peine - Der Bürgermeister