Mit Google Translate kann diese Webseite in andere Sprachen übersetzt werden. Wenn Sie eine Sprache auswählen, rufen Sie Inhalte auf Google-Servern ab. Der Webseitenbetreiber hat keinen Einfluss auf die Verarbeitung Ihrer Daten durch Google. Wenn Sie nicht möchten, dass Ihre Daten an Google übermittelt werden, schließen Sie dieses Fenster mit einem Klick auf "X".
26. Januar 2026
Die Stadt Peine hat seit Dezember 2024 gemeinsam mit den Firmen IP SYSCON GmbH und enercity AG aus Hannover sowie in enger Zusammenarbeit mit der Stadtwerke Peine GmbH die wesentlichen Grundzüge des Wärmeplanes für Peine erarbeitet. Die kommunale Wärmeplanung für Peine steht nunmehr kurz vor dem Abschluss.
Die wesentlichen Ergebnisse wurden vor rund 130 Zuhörern im Rahmen einer öffentlichen Informationsveranstaltung am 21. Januar 2026 um 18.30 Uhr im Forum Peine vorgestellt. Die Präsentation des Kommunalen Wärmeplans wurde durch informative Vorträge zu den Themen Heizungstausch, Fördermöglichkeiten und Energieeffizienz, zur Fernwärmeversorgung in Peine und zum privatwirtschaftlichen Nahwärmeprojekt in Wendesse abgerundet.

Programm
1. Begrüßung der Anwesenden durch
Herrn Erster Stadtrat Hans-Jürgen Tarrey
2. Vorstellung des Wärmeplans für die Stadt Peine
durch Herrn Julian Haerkötter (IP Syscon GmbH) und
Herrn Dominique Diederich (enercity AG)
3. Vortrag von Herrn Olaf Brokate, Bau- & Energieberater
Heizungstechnik und Kommunale Wärmeplanung – Was tun?!
Lösungsansätze für private Einzelheizungen, Heizungstechnik, Fördermöglichkeiten, Kosten-/Nutzenschätzung der Heizungsalternativen
4. Vortrag von Herrn Alexander Eckolt, Stadtwerke Peine GmbH
PEINERwärme – Fernwärme im Stadtgebiet Peine
Von der Erzeugung bis zu Ihrem Hausanschluss
5. Vortrag von Herrn Ulf Mutzke, Mutzke Energiesysteme GmbH & Co KG
Wärmenetz Wendesse
Konzept und Planungseinblicke
Moderation: Herr Simon Badstübner (enercity AG)
Der kommunale Wärmeplan enthält eine Bestandsanalyse der aktuellen Wärmeversorgung, des Energieverbrauchs in der Stadt Peine und den zugehörigen Ortschaften sowie der technischen Potenziale zur Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien und Abwärme. Auch Potenziale zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien werden betrachtet und Annahmen zur Wärmebedarfsentwicklung.
Auf Basis der Bestandsanalyse wird das Stadtgebiet in Baublöcke bzw. -zonen unterteilt und gemeinsam mit den Wärmeerzeugungspotenzialen geografisch verortet. Daraus abgeleitet wird anhand wirtschaftlicher Faktoren die wahrscheinlichste Wärmeversorgungsform dargestellt. Sind große Wärmequellen oder bereits ein Wärmenetz in der Nähe hinreichend großer Wärmebedarfe, wird überschlägig geprüft, ob ein Wärmenetz geeignet wäre oder ob Gebäude in den jeweiligen Gebieten individuell wärmeversorgt werden sollten. Das Ergebnis stellt das Zielszenario bis zum Jahr 2040 dar und lässt erkennen, dass in vielen Teilen der Stadt und in den Ortschaften Maßnahmen zur Einzelversorgung wirtschaftlich sinnvoll sein werden.

Mit dem Wärmeplan werden somit die wesentlichen Rahmenbedingungen transparent für die Gebäudeeigentümer, Energieversorger und die Kommune, um Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Klimaneutralität zu erreichen.
Für einen Großteil der Gebäude in Peine wird eine dezentrale , also individuelle Lösung die wirtschaftlichste Versorgungsform sein. Dementsprechend empfiehlt es sich, rechtzeitig geeignete Schritte zur Heizungsumstellung und -sanierung einzuleiten für Immobilien, die abseits der vorhandenen oder künftig prüfenswerten Wärmenetze liegen.
Energetische Sanierungen, insbesondere älterer Gebäude werden im Wärmeplan ebenfalls betrachtet. Sie unterstützen den Weg zur Erreichung der Klimaziele, werden allein jedoch nicht die angestrebte CO₂-Neutralität gewährleisten können, sondern bedürfen begleitender Maßnahmen in der Wärmeerzeugung und der Nutzung regenerativer Energieformen.
Diese Erkenntnisse wurden von Energieberater Olaf Brokate in seinem ergänzenden Vortrag aufgegriffen, um beispielhaft und sehr anschaulich die Handlungsmöglichkeiten für Hausbesitzer zu skizzieren und individuelle Lösungen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu beschreiben.
Die Ausführungen von Alexander Eckolt und Ulf Mutzke zum Fernwärmenetz der Stadtwerke Peine in der Kernstadt sowie zum Nahwärmenetz in Wendesse zeigen, dass der Aufbau und Ausbau einer zentralen Wärmeversorgung ebenfalls wirtschaftlichen Grundsätzen folgen, damit die Kunden beim Vergleich mit individuellen Heizungssystemen, auf solch eine zentrale Option zurückgreifen. Bestimmende Faktoren sind unter anderem die CO₂-Bilanz in der Erzeugung, die Effizienz des Leitungssystems und die Nähe der Wärmeabnehmer. Der Ausdehnung derartiger Wärmenetze sind somit Grenzen gesetzt.
Interessenten, deren Immobilien in unmittelbarer Nähe der künftigen Prüf- und der bestehenden Versorgungsgebiete liegen, können individuelle Abfragen bei den Stadtwerken bzw. für Wendesse bei Firma Mutzke durchführen.
Hintergrundinformationen:
Gesetzlicher Hintergrund:
Mit der Novellierung des Bundes-Klimaschutzgesetzes im Juli 2024 hat sich Deutschland das verbindliche Klimaziel gesetzt, bis zum Jahre 2045 klimaneutral zu werden. Das Land Niedersachsen möchte dieses Ziel bereits bis 2040 zu erreichen und hat mit dem Niedersächsischen Klimaschutzgesetz (NKlimaG) die Weichen hierfür gestellt.
Kommunen sind zur Erstellung und Fortschreibung kommunaler Wärmepläne gesetzlich verpflichtet.
Zahlen:
Die Peiner CO₂-Emissionen im Bestand werden mit rund 141.690 t pro Jahr ermittelt.
Bis zum Jahr 2030 können die Emissionen, insbesondere durch den Austausch von Heizungen und begleitende Maßnahmen um 78 % auf 31.735 t pro Jahr verringert werden.
Bis zum Jahr 2035 können sich die CO₂-Emissionen um insgesamt 91 % auf dann 12.694 t verringern.
Fazit und Ausblick:
Als kommunales Mittelzentrum hat sich die Stadt Peine vorausschauend mit der kommunalen Wärmeplanung befasst und die Aufgabe frühzeitig erarbeiten lassen.
Durch die im Wärmeplan prognostizierten Veränderungen für den Wärmebedarf, bei Heizsystemen und bei den verwendeten Energieträgern vermindern sich künftig die Emissionen von Treibhausgasen. Durch die dargestellte Kombination an Entwicklungen und Maßnahmen sinkt der Ausstoß von Treibhausgasen für die Bereitstellung von Raumwärme und Warmwasser entsprechend bis zum Zieljahr 2040 auf null Tonnen CO₂-Äquivalent und würde damit den gesetzlichen Zielvorgaben entsprechen.
Der Abschlussbericht zur Kommunalen Wärmeplanung wird im Februar in den Gremien der Stadt Peine beraten und soll voraussichtlich zum März 2026 veröffentlicht werden.